Begutachtungsphase
Bitte planen Sie eine rechtzeitige Anreise und ausreichend Zeit ein. Wir empfehlen Ihnen, etwas zu essen und zu trinken mitzunehmen. Bitte verzichten Sie auf Kleidung mit Designermarken etc. Am besten ist neutrale Kleidung ohne Marken und Statussymbolen.
Erscheinen Sie ausgeruht und bringen Sie alle relevanten Unterlagen (Personalausweis, Teilnahmebescheinigung, ggf. Abstinenznachweis und Lesebrille) mit.
1. Empfang
Zunächst wird Ihre Identität überprüft und die relevanten Unterlagen wie die Teilnahmebescheinigung über Ihre Vorbereitung und ggf. weitere Bescheinigungen und Abstinenznachweise entgegengenommen. Außerdem erhalten Sie einen Kundenfragebogen und weitere Informationen zum Ablauf der Untersuchung. Der Ablauf kann variieren.
2. Kundenfragebogen
Die Kundenfragebögen dienen in erster Linie dazu, dass sich die Gutachter vor dem Gespräch mit Ihnen einen kleinen Eindruck verschafft. Es ist wichtig, dass Sie keine Angaben machen, die im Widerspruch zu dem stehen, was Sie im psychologischen Gespräch sagen.
Die Fragebögen umfassen in der Regel die Biographie, die aktuelle Situation, die gesundheitliche Vorgeschichte, Angaben zu Medikamenteneinnahme und aktuellem Alkohol- und Drogenkonsum.
Die Kundenfragebögen dienen in erster Linie dazu, dass sich die Gutachter vor dem Gespräch mit Ihnen einen kleinen Eindruck verschafft. Es ist wichtig, dass Sie keine Angaben machen, die im Widerspruch zu dem stehen, was Sie im psychologischen Gespräch sagen.
Die Fragebögen umfassen in der Regel die Biographie, die aktuelle Situation, die gesundheitliche Vorgeschichte, Angaben zu Medikamenteneinnahme und aktuellem Alkohol- und Drogenkonsum.
- Zeitpunkt des ersten und letzten Alkohol-/Drogenkonsums.
- Art und Menge der jemals konsumierten Getränke/Drogen.
- Ihre Gefühle beim ersten Alkohol-/Drogenkonsum.
- Ihre Erfahrungen während des Alkohol-/Drogenrausches.
- Die Bedeutung, die Alkohol oder Drogen für sie hatten oder haben.
(Wichtig: kein Widerspruch zum Interview)
3. Leistungstests
Die Tests sind schwierig, aber lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen. Auch unterdurchschnittliche Testergebnisse reichen aus, solange sie einen Mindestwert nicht unterschreiten.
Wenn Sie farbenblind, schwerhörig, in der Beweglichkeit der Gliedmaßen eingeschränkt oder der deutschen Sprache nicht mächtig sind, teilen Sie uns dies bitte vor Ort mit.
Die Prüfung besteht aus folgenden Tests:
- Reaktionstest
- Aufmerksamkeitstest
- Konzentrationstest
- Orientierungstest
- Ausdauertest
Anmerkung:
Wenn das Gutachten nur aufgrund des Leistungstests negativ ausfällt, haben Sie eine zusätzliche Chance, im Rahmen einer Fahrprobe, der „Fahrverhaltensbeobachtung“, doch noch ein positives Gutachten zu erhalten.
Sie ähnelt einer praktischen Fahrprüfung mit weniger strengen Kriterien. Ziel ist es, einen Gesamteindruck von Ihrer Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr in Bezug auf sichere Fahrzeugbeherrschung, Orientierung, Übersicht und Regeleinhaltung zu erhalten.
Wenn Sie längere Zeit nicht gefahren sind, empfiehlt es sich, ein bis zwei Fahrstunden zu nehmen, um wieder ein Gefühl für das Fahren zu bekommen.
4. Medizinische Untersuchung
Bei einer Straftat und Punkten MPU wird nur eine allgemeine ärztliche Untersuchung durchgeführt. Diese umfasst die Erhebung der Krankengeschichte, der eingenommenen Medikamente (Beschwerden und Erkrankungen und ob diese im Zusammenhang mit Alkohol stehen) sowie eine anlassbezogene ärztliche Untersuchung. Diese umfasst den Allgemeinzustand, die Sinnesorgane, die inneren Organe durch Abtasten, das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem, den Bewegungsapparat und die Bewegungsabläufe (Motorik).
Bei einer MPU für Alkohol und Drogen achtet der Arzt sehr genau auf Anzeichen, die auf einen früheren, vor allem aber auf einen aktuellen Drogenkonsum schließen lassen (auffällige Pupillen, Hautverfärbungen, Einstichstellen).
- Alkohol Blutentnahme (Leberwerte) evtl. Haarprobe
Leber: Zentrales Organ für den Alkoholabbau, wird auch am meisten und am ehesten durch Alkohol geschädigt. Die häufigsten alkoholbedingten Lebererkrankungen sind die Fettleber, die Alkoholhepatitis (Leberentzündung) und die klassische Alkoholikerkrankheit, die Leberzirrhose (Leberschrumpfung).
- Der Drogenurintest beweist, dass du in den letzten Tagen oder Wochen vor der MPU keine Drogen konsumiert hast.
(Wer extra viel Wasser trinkt, um den Urin so zu verdünnen, dass eventuell vorhandene Drogenspuren nicht mehr nachweisbar sind, sollte wissen, dass auch der Kreatininwert bestimmt wird. Dieser wird nämlich ebenfalls verdünnt. Ist dieser zu niedrig, verliert die Urinprobe ihre Aussagekraft).
Anmerkung:
Es ist wichtig, dass Sie vor der MPU wissen, dass Ihre Leberwerte in Ordnung sind. Lassen Sie deshalb rechtzeitig vorher (mindestens einige Wochen vorher) Ihre Leberwerte von einem Arzt bestimmen. Sagen Sie Ihrem Arzt, warum Sie das tun. Denn die beiden MPU-Gutachter sehen die Leberwerte aus einem anderen Blickwinkel als der behandelnde Arzt. Sie wollen aus den Messwerten Rückschlüsse auf den aktuellen Alkoholkonsum ziehen. Dabei sind sie viel pingeliger als Ihr Hausarzt. Fragen Sie ihn, ob die Werte einen (erhöhten) Alkoholkonsum vermuten lassen.
5. Psychologische Untersuchungsgespräch
Hier haben Sie endlich die Möglichkeit, Ihre gute Vorbereitung unter Beweis zu stellen und den Gutachter davon zu überzeugen, dass Sie keine Gefahr mehr für den Straßenverkehr darstellen und sich den gesellschaftlichen Normen und Zielen angemessen angepasst haben.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen immer die folgenden 4 Grundfragen, auf die wir Sie umfassend vorbereitet haben:
Hast du die Schwere und das Ausmaß deines bisherigen Verkehrsverhaltens erkannt?
Hast du dich mit den Ursachen deines bisherigen Verhaltens auseinandergesetzt?
Hast du glaubwürdige und nachvollziehbare Vorsätze gefasst, etwas grundlegend zu ändern und was hast du geändert?
Gibt es genügend Anhaltspunkte dafür, dass dir das auch dauerhaft gelingen wird?
Das Gespräch dauert ca. 45 Minuten.
Die Aussagen sollen…
- individuell und persönlichkeitsnah sein
- Zusammenhänge der eigenen Geschichte darstellen
- die frühere Sichtweise von der heutigen unterscheiden und abgrenzen
- die Veränderung der Lebensweise, der Gewohnheiten und des Umfeldes verdeutlichen
- den Therapieprozess mit Rückschlägen und Erfolgen verdeutlichen
- emotional verbunden sein
- mit eigenen Erfahrungen und Beispielen lebendig dargestellt werden
- Hoffnung auf die nächsten Entwicklungsschritte machen
Aussagen dürfen nicht… (Wichtig!)
- im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen
- im Widerspruch zu bekannten Tatsachen stehen
- in sich widersprüchlich sein
- im Widerspruch zu sich selbst stehen
Zur Vermeidung von Missverständnissen werden vom Gutachter Rückfragen gestellt, Teilergebnisse oder psychologische Explorationen zusammengefasst und besprochen.
Sofern Widersprüche zwischen den objektiven Vorgeschichtsdaten und Ihren Angaben entstehen, werden diese mit der bitte zurückgemeldet, entstandene Widersprüche zu erklären bzw. aufzulösen.
Achten Sie auch auf Gestik, Mimik, Tonfall und Körperhaltung.
Nach dem Gespräch haben Sie die Möglichkeit, das Gesprächsprotokoll durchzulesen. Wenn Ihnen Fehler des Gutachters auffallen, weisen Sie ihn darauf hin.
Wenn alles in Ordnung ist, können Sie das Protokoll unterschreiben.
Danach können Sie den Psychologen ruhig fragen, ob er Ihnen jetzt schon etwas Konkretes sagen kann. Wenn er nichts sagen will, können Sie ihn auch bitten, eine Tendenz zu nennen. Wenn er generell nichts sagen will, dann akzeptieren Sie das.
Für den Fall eines negativen Gutachtens ist die richtige Einstellung sehr wichtig.
„Es ist zwar bitter, dass ich weiter auf meinen Führerschein warten muss und noch einmal zur MPU muss. Aber wirklich wichtig ist für mich, dass ich mit meinem Alkoholmissbrauch / meinem falschen Lebensstil Schluss gemacht habe.“
Bei einer zusätzlichen Kursempfehlung:
„Wir sehen die Möglichkeit, dass die noch bestehenden Eignungsmängel im Rahmen einer Nachschulung zur Wiederherstellung der Fahreignung nach § 70 FeV für alkohol-/drogenauffällige Kraftfahrer beseitigt werden können“.
Zwar verzögert sich dadurch die Erteilung des Führerscheins und es entstehen zusätzliche Kosten, aber es bedeutet, das ihren Führerschein wieder bekommen. Nicht sofort, aber zumindest ohne weitere Überprüfung der Fahreignung.
Auch dann gehen Sie mit dem zugesandten Gutachten zur Führerscheinstelle, besprechen dort das weitere Vorgehen und lassen sich von der Behörde möglichst schriftlich die Genehmigung zur Teilnahme am Kurs geben. Denn die Kursträger sind verpflichtet, die Berechtigung zu prüfen. Stellen Sie also sicher, dass die Führerscheinstelle dieses Gutachten akzeptiert und Sie nach dem Kurs Ihren Führerschein zurückbekommen.
Der Versand des MPU Gutachtens
Das Gutachten wird zunächst in zweifacher Ausfertigung an Sie persönlich versandt.
Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 14 Tage.
Das Gutachten ist Ihr persönliches Eigentum. Es steht Ihnen frei, das Gutachten zu behalten und es nicht der Führerscheinstelle vorzulegen. Um Ihren Führerschein wieder zu bekommen, müssen Sie das positive Gutachten aber natürlich der Führerscheinstelle vorlegen.
Gemeinsam schaffen wir das!